Dritte Liberale Veranstaltung im Ostkreis zum Thema „Wirtschaftsförderung in der Region“

InfrastrukturTransparenz und Beteiligung4. Mai 2017

Die beiden Vorsitzenden der FDP-Ortsverbände Büdingen und Altenstadt-Limeshain, Maja Becker-Mohr und Natascha Baumann freuten sich, zur dritten liberalen Veranstaltung im Ostkreis zahlreiche Gäste und als Referenten die Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH, Klaus Karger und Bernd-Uwe Domes begrüßen zu können.

Die Referenten stellten den Gästen die Strukturen, Aufgaben und Projekte der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH vor. Zu ihren Aufgabenbereichen gehören neben der Wirtschaftsförderung auch die Regionalentwicklung und der Tourismus.

Es wurden die besonderen Entwicklungspotenziale der regionalen Wirtschaft der östlichen Wetterau in der Metropolregion Rhein/Main erörtert. Dabei ging es beispielsweise darum, welche Maßnahmen die wirtschaftliche Attraktivität des Ostkreises erhöhen können. Themen wie Standortmarketing, Stadt-Land-Gefälle und Strukturwandel kamen dabei zur Sprache, ebenso wie aktuelle Förderprogramme.

Der ständig steigende Druck auf die Fläche, der vom Ballungsraum Rhein-Main bis in die Wetterau geht, ist für die Kommunen entlang der Autobahnen deutlich spürbar. Allerdings sollte die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie sowie die Ausweisung von neuen Baugebieten mit der nötigen Sensibilität erfolgen, denn Boden ist nicht vermehrbar. Andrea Rahn-Farr, FDP-Stadtverordnete in Büdingen sowie Vorsitzende des Regionalbauernverbandes Wetterau/Frankfurt, umreißt die Folgen einer ungebremsten Siedlungspolitik: „Einmal zugebaute Flächen stehen nie wieder für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung, es erfolgt keine Grundwasserneubildung und auch keine Bildung von Sauerstoff durch Pflanzen.“

„Wir bieten Konzepte an, wie Kommunen mit der erhöhten Nachfrage nach Gewerbegebieten sinnvoll umgehen können. Zum Beispiel helfen wir als Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH bei der Bildung von interkommunalen Gewerbegebieten mit dem Ziel, den Flächenverbrauch insgesamt niedrig zu halten.“, führt Bernd-Uwe Domes aus.

In Altenstadt und Büdingen sind besonders die Stadtentwicklung sowie die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen wichtige Themen.

In Altenstadt zeichnet sich seit längerer Zeit ein zunehmendes Einzelhandelssterben ab. Natascha Baumann, stv. Fraktionsvorsitzende der FDP Altenstadt: „Kleinere Mode- und Sportgeschäfte haben bereits geschlossen und stehen nun teilweise leer oder wurden durch große Ketten und andere Geschäftsmodelle ersetzt. Auch größere Einzelhändler wie der Spielwaren Eberhardt und das Modegeschäft Kornelia hatten und haben große Schwierigkeiten, Nachfolger zu finden.“

Darauf zu warten, dass durch die geplante Umgehungsstraße vielleicht eine Umgestaltung und damit Attraktivitätssteigerung der Vogelsbergstraße ermöglicht wird, hält die örtliche FDP-Fraktion aber für fahrlässig. Um eine weitere Reduzierung des Angebots zu verhindern, müssen schon heute Maßnahmen getroffen werden. Es braucht innovative Konzepte, um sich vor allem gegenüber dem Online-Handel behaupten zu können und konkurrenzfähig zu bleiben. Dies ist aber nicht die Aufgabe der Politik, sondern die der Einzelhändler. Dass dies auch in unserer Region möglich ist, zeigte der im Kreis-Anzeiger kürzlich veröffentlichte Bericht über einen Metzger in Hirzenhain.

Auch in Büdingen befindet sich der Einzelhandel in einer schwierigen Lage. Der Fraktionsvorsitzende der FDP Büdingen, Wolfgang Patzak, kommentiert die Entwicklung in Büdingen so: „Durch die Schließung von Geschäften hat sich die Vielfalt immer weiter reduziert. Die zwischenzeitlich mögliche Ansiedlung von zumindest einem Vollsortimenter wurde politisch insbesondere von der FWG verhindert. Dadurch wurde Büdingen als Einkaufsstandort für Bürger umliegender Städte und Gemeinden weniger attraktiv, was jetzt vom Gewerbeverein lautstark bejammert wird.“

Mit dem Gewerbegebiet „Reichardsweide“ sind in größerem Umfang freie und bereits entwickelte Gewerbeflächen vorhanden. Diese müssten professioneller vermarkten werden. „Bürgermeister Spamer hat die Vermarktung zur Chefsache erklärt und intransparent agiert, wodurch mögliche Verkäufe verhindert wurden.“, erklärt Patzak.

Die nächste liberale Veranstaltung im Ostkreis zum Thema „Liberale Bildungspolitik“, mit der FDP-Landtagsabgeordneten Nicola Beer, findet am Montag, den 22. Mai 2017 um 20 Uhr in der Altenstadthalle in Altenstadt statt. Weiter Informationen finden Sie unter www.fdp-altenstadt.de