FDP Altenstadt im Austausch mit dem Naturschutzring Waldsiedlung
Altenstadt/Waldsiedlung. Vertreter der FDP Altenstadt haben sich kürzlich mit dem Naturschutzring Waldsiedlung zu einem intensiven Austausch über aktuelle Herausforderungen im Natur- und Artenschutz getroffen. Für die FDP nahmen Natascha Baumann, Martin Kirchner, Hans Dresler und Sascha Scheuermann teil. Gesprächspartner auf Seiten des Naturschutzrings war Dr. Hans-Jörg Wilhelm.
Im Mittelpunkt des Treffens standen die umfangreichen Biotopschutz- und Kartierungsarbeiten des Naturschutzrings sowie die zunehmenden Nutzungskonflikte zwischen Naturschutz und Naherholung. Dr. Wilhelm machte deutlich, dass ein deutlicher Rückgang vieler Pilz-, Pflanzen- und Tierarten zu beobachten sei. Ursachen seien unter anderem veränderte Lebensräume, gestörte Brutplätze und zunehmende menschliche Eingriffe.
Gemeinsam wurde diskutiert, wie sich der Wald künftig so gestalten lässt, dass er sowohl für Tiere, Pilze und Pflanzen als auch für die Menschen erhalten bleibt. Als ein möglicher Ansatz wurden die Ausweisung von Schutzinseln und zusätzlichen Habitatbäumen, sowie die Entwicklung eines naturverträglichen Naturlehrpfads genannt – bewusst mit weniger Beschilderung, ohne übermäßige Eingriffe und mit punktuellen Mitmachstationen, die gemeinsam mit örtlichen Vereinen gestaltet werden könnten.
Ein weiterer wichtiger Punkt war der Umgang mit Bäumen im Wald. Vor allem die alten Eichen und Buchen sollten zukünftig stärker geschont werden, so Dr. Wilhelm. Auch das Stehen- und Liegenlassen von Totholz sei ökologisch wertvoll, etwa als Lebensraum für Vögel, Pilze und Insekten.
Sorge bereitet dem Naturschutzring zudem der zunehmende Vandalismus, beispielsweise durch zerstörte Nistkästen. Um das Bewusstsein für den Wert des Waldes zu stärken, wurde die Idee eines ein- bis zweimal jährlich stattfindenden „Runden Tisches Wald“ vorgestellt. Ziel sei eine stärkere Bürgerbeteiligung, die Belebung demokratischer Prozesse und ein Naturschutz, der sowohl natur- als auch menschenverträglich ist. Vergleichbare Formate werden bereits erfolgreich in Bad Nauheim umgesetzt, auch mit Blick auf den Klimaschutz.
Auch die Frage der Wegebeleuchtung und Lichtverschmutzung wurde angesprochen – insbesondere mit Blick auf den Schutz sensibler Naturschutzflächen. Künstliches Licht ziehe Insekten an, störe ökologische Kreisläufe und trage dazu bei, dass Pflanzen durch veränderte Blühzeiten bzw. fehlende Bestäuber verschwinden. Der Erhalt der Streuobstwiesen in der Nachbarschaft zur Belzmühle ist aufgrund der dort vorkommenden Vogelarten ein weiteres vorrangiges Ziel.
Abschließend betonten beide Seiten die Bedeutung von Bäumen am Waldrand, die nicht nur als Lebensraum dienen, sondern auch als natürlicher Lärm-, Feinstaub- und Lichtschutz eine wichtige Funktion erfüllen. Dies wurde am Rand des geplanten Bebauungsplangebietes 63 anhand des dort vorhandenen Zitterpappelsaumes (Baum des Jahres 2026) erläutert. Die FDP Altenstadt kündigte an, die Anregungen aus dem Gespräch in ihre weitere politische Arbeit einfließen zu lassen und den Dialog mit dem Naturschutzring fortzusetzen.
Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.n.r.): Sascha Scheuermann, Dr. Hans-Jörg Wilhelm, Natascha Baumann, Martin Kirchner und Hans Dresler
